WISSENSWERTES ÜBER DIE PODOLOGIE „DER SCHLEIFER“

Viele wissenschaftliche Gedanken und Ideen engagierter Menschen legten den Grundstein für die erweiterte Wissenschaft der Podologie „der Schleifer“.

Der Neurologe Professor René Jaques Bourdiol (1928 – 2003) entdeckte und erforschte das Zusammenspiel von tiefer Fußmuskulatur, Fußrezeptoren und aufsteigender Muskelkette. Er verankerte die Zusammenhänge von Fußfehlstellungen und deren Auswirkungen auf die Wirbelsäule als ganzheitlichen Gedanken. Seine Erkenntnisse fasste er in seinem legendären Werk „Pied et Statique“ zusammen und gab sein umfangreiches Wissen in zahlreichen Vorträgen weiter. Dieses wurde in Holland von Dr. Mitsie und Karel Derks sehr eindrucksvoll umgesetzt und weiterentwickelt. So entstand u. a. die so genannte „Rechenmethode“, eine Möglichkeit, Soll- und Istwerte auf einem Podogramm (dynamischer Fußabdruck) zeichnerisch darzustellen. Über ein intensives Schulungsprogramm fand diese Wissenschaft ihre Verbreitung und bildete die Grundlage für unsere Arbeit im Hause Schleifer! Aus dieser ergaben sich elementare Überlegungen in Richtung einer noch effektiveren Umsetzbarkeit der Erkenntnisse von Bourdiol und Derks. Das diesbezügliche Hauptkriterium war und ist die Passform des Schuhs! Dieser ist der Arbeitsraum, in dem sich die Füße durch die podologische Therapiesohle zum Positiven verändern sollen. Nur die biomechanisch korrekte Ausrichtung der Füße durch den Schuh ermöglicht eine effektive Stimulierung der Muskulatur und die Ausrichtung der Körperhaltung über die aufsteigenden Muskelstrukturen, um damit eine nachhaltige Stabilisierung des Körpers zu erreichen.

FAST JEDER FUSS IST IN SEINER FORM VERÄNDERBAR

Die Schuhindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten von stimmigen Formen, passenden Proportionen und Weiten aus den verschiedensten Gründen verabschiedet und schafft es dadurch nicht, die notwendigen biomechanischen Vorgaben zu erfüllen.

Unsere 30 jährige Erfahrung zum Thema Fußgesundheit beweist, dass die meisten Fußprobleme und körperstatischen Schmerzen durch falsches Schuhwerk entstehen.
Beispiele dafür sind:
Fußschmerzen, Hallux  valgus, Fersensporn, Sprunggelenksschmerzen, Knieschmerzen, Hüftprobleme, Beckenschiefstand, Skoliose, Bandscheibenvorfall, allgemein Wirbelsäulenprobleme, Kopfschmerzen etc.

Das Ziel der podologischen Therapie ist es, den Körper in „seine Mitte“ zu bringen und ihn dadurch aufrechter, harmonischer und vor allem schmerzfrei durchs Leben gehen zu lassen.

Unser Bestreben ist es, die Arbeit der Füße podologisch so zu optimieren, dass die, die beteiligten Gelenke bewegende, aufsteigende Muskelkette in eine ausgewogene Spannung gebracht wird.

Eine der dafür notwendigen Grundlagen findet sich in einer wissenschaftlichen Entdeckung des 19. Jahrhunderts. Professor Ene Meier erforschte damals den proportionalen Zusammenhang zwischen Elle und Fuß beim Menschen. Die Längenverhältnisse von Elle, Handwurzelknochen und Finger erlauben verbindliche Rückschlüsse auf die ursprünglichen Proportionen des Fußes (Länge, Ballenumfang = Weite, Zehenlänge).

Wir sprechen also vom Ursprungsmaß der Füße!

Die Differenz zwischen gemessener Fußlänge (das momentane „Ist“-Maß) und der Länge der Elle (das eigentliche „Soll“-Maß) ergibt sich aus der Deformität der Fußstellung. Diese wiederum lässt eine erhebliche Muskeldysbalance der Füße erkennen und gibt diese über die Sprunggelenke nach oben in den Körper weiter!  So erwirbt man sich die zuvor angesprochenen Probleme.

WAS ERWARTET SIE BEIM ERSTEN  BESUCH  IM HAUSE „DER SCHLEIFER“

  1. Für den ersten Termin sollten Sie sich etwa 2 Stunden Zeit nehmen
  2. In einem Anamnesegespräch mit der Podologin/dem Podologen werden Ihre Beschwerden und die weiteren Analyseschritte besprochen
  3. Die podologische Analyse umfasst folgende Punkte:
  4. Manuelle Fußuntersuchung: Gelenke und Gelenklinien werden hinsichtlich mechanischer Einschränkungen, Muskeln bezüglich Schwächen oder Spannungen getestet
  5. Bei der elektronischen Ganganalyse ermittelt der Computer die Abrollwinkel beider Füße, stellt graphisch Überbelastungspunkte, Kraftkurven, uvm., dar
  6. Die elektronische Körperschwerpunktmessung zeigt die Lastverteilung sowohl zwischen linker und rechter Körperhälfte als auch Vor- und Rücklast
  7. Das Podogramm (dynamischer Fußabdruck) ermöglicht es, Soll- und Istwerte der Füße zeichnerisch darzustellen
  8. Abschließend wird die Körperhaltung vermessen: Doppel-S-Form der Wirbelsäule (Lordose/Kyphose) und seitliche Drehungen im Becken- und Wirbelsäulenbereich
  9. Bei der EMG-Messung (elektromyographische Messung) ermittelt man abschließend die Muskelspannungen der Haltungsmuskulatur im Halswirbel- und Lendenwirbelbereich

Anschließend wertet die Podologin/der Podologe Ihre Messdaten aus und erstellt die technische Zeichnung für Ihre Therapiesohle auf dem Podogramm. Währenddessen werden Sie von einer Podologistin/einem Podologisten betreut. Es werden Ist-Länge Ihres Fußes und Ihre Elle (das Sollmaß) vermessen und Sie bekommen danach die Möglichkeit, vermutlich zum ersten Mal in Ihrem Leben einen podologisch ausgewogenen Schuh zu probieren und sich in diesen hinein zu fühlen. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei dieser Gelegenheit auch nach Ihrer Körpergröße gefragt werden: Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Körpergröße und Ursprunglänge des Fußes. Jede/r Kundin/Kunde, die/der die ersten Schritte in so einem „wissenschaftlichen“ Schuh macht, erlebt eine Vielzahl von völlig neuen, bisher nicht wahrgenommenen Eindrücken: Die Schuhe sind viel länger und in der Form anders als gewohnt, das Abrollen über den Vorfuß ist zum ersten Mal möglich. Man ist plötzlich gefordert, bewusst die Füße zu bewegen. Der Körper richtet sich schon nach kurzer Zeit spürbar auf. Sehr oft erleben wir, dass das „neue“ Gefühl im Schuh und die Beschwerden, wegen derer wir aufgesucht wurden, von den „neuen“ Schuhproportionen mental in den Hintergrund gedrängt werden. Das bisher gespeicherte Erscheinungsbild wird grundlegend durcheinandergewirbelt. Die Erfahrung zeigt aber, dass sich dieses meist in kürzester Zeit an die neuen Gegebenheiten anpasst und Kundinnen/Kunden berichten, dass ihnen plötzlich im Alltag die viel zu kurzen Schuhe ihrer Mitmenschen auffallen.

Die entscheidende Frage, die nur Sie beantworten können, ist: „Welche Schuhe benötige ich im Alltag, beim Sport, für elegante Anlässe, im Job und zu Hause?“

Die Podologin/der Podologe erörtert mit Ihnen im Anschluss die im podologischen Entwurf umgesetzten Überlegungen und erklärt die weitere Vorgehensweise. Wenn sie sich zum Tragen der podologisch ausgewogenen Schuhe und der Therapiesohle entschließen, wird für Sie Ihre Therapiesohle von unseren Technikern in reiner Handarbeit erzeugt. Nach der technischen Endkontrolle werden Sie von uns informiert, dass Ihr podologisches „Therapiepaket“ für Sie bereit ist. Aus therapeutischen Gründen sollten Sie dieses so bald als möglich abholen, damit die erhobenen Messdaten nicht an Aktualität verlieren. Zählen Sie zu den sportlich aktiven Menschen, empfehlen wir eine Podosportsohle mit dem passenden Sportschuhwerk, da die Füße bei sportlicher Betätigung stärkeren Belastungen ausgesetzt sind. Die Sporttherapiesohle wird individuell auf Ihren Sport „zugeschnitten“!

Die Therapiesohle kann von Schuh zu Schuh gewechselt werden, vorausgesetzt, er erfüllt die podologisch bestimmten, biomechanischen Vorgaben.

ACHTUNG: Bedenken Sie in diesem Zusammenhang den grundlegenden Unterschied zwischen einem Maßschuh und einem podologischen Schuh: Der Maßschuh „verpackt“ den Fuß in seiner momentanen IST-Stellung, der Podo-Schuh ist so gebaut, wie der Fuß sein soll! Somit ist ein Maßschuh für die podologische Therapie nicht verwendbar.

DER START:

Für das Abholen Ihres podologischen Therapiepaketes sollten Sie sich etwas Zeit nehmen und nicht terminlich unter Druck stehen. Die podologischen Schuhe werden nun genau ausgewählt, die Podosohle wird mittels Klettverschluss in diesen fixiert. Die Podologistin/der Podologist gibt Ihnen in diesem Zusammenhang noch wichtige Hinweise bezüglich der Verwendung der Therapiesohlen und zeigt Ihnen, bei Bedarf, spezielle Schnürtechniken für Ihre Schuhe.

In den nächsten zwei bis drei Wochen werden, bei konsequenter Nutzung Ihres Therapiepaketes, körperliche Veränderungen spürbar, auf dem Weg zum Therapieerfolg sind zunächst Übergangsbeschwerden wie, z. B. Muskelkater, Rückenverspannungen, Ermüdungserscheinungen bis hin zu Blasenbildungen an den Füßen möglich. Diese Umstellungsphase zeigt, dass Muskelgruppen, die bisher friedlich vor sich hingeschlummert haben, plötzlich aktiv und solche, die zu viel gearbeitet haben, gebremst werden. Danach sollte sowohl in den Füßen als auch im Körper eine positive Ruhe des muskulären Gleichgewichts einkehren.

Nach 3 Monaten wird Ihre erste podologische Kontrolle vorgenommen. Diese ist ungemein wichtig, denn: Die erste Einstellung der Therapiesohle korrigiert grobe Fehlstellungen und gibt Fuß und Körper intensive korrigierende Impulse. Um aber ein Übersteuern und damit mögliche, neu auftretenden Probleme zu verhindern, müssen die stimulierenden Elemente der Therapiesohle nachgestellt oder komplett verändert werden. Der Ablauf der ersten Kontrolle ist mit dem der Erstanalyse ident. Im Gespräch mit Ihrer/Ihrem Podologin/Podologen werden die Veränderungen der Beschwerden besprochen und aufgrund der neuen Daten eine Einstellung der Podosohle gebaut. Die nun folgende zweite Etappe Ihrer podologischen Therapie dauert ca. ein halbes Jahr.

Im Schnitt werden ca. 4 bis 6 podologische Kontrollen benötigt, um Füße und Körper in eine ausgewogene Balance zu bringen, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Terminen variieren kann.

Die podologischen Kontrolltermine und die jeweils vorgenommenen Veränderungen der Therapiesohlen sind kostenpflichtig!

Unser Ziel ist es, in oben beschriebenem Zeitrahmen Wohlbefinden und Schmerzfreiheit nachhaltig zu bewirken. Fuß und Körper erwerben in relativ kurzer Zeit muskuläre Balance und Stabilität. Die Therapiesohle wirkt nun typusbedingten Einseitigkeiten (z. B. Rechts- oder Linkshänder) entgegen und wird zumindest in den Hauptbelastungszeiten des Alltags im passenden Schuhwerk getragen. So wirkt man langfristig verfrühten Abnutzungen der Gelenkstrukturen entgegen.

Selbstverständlich variiert der Therapieerfolg mit dem Schweregrad der Vorgeschichten! Operative Eingriffe am Bewegungsapparat, Muskelschwächen der Tiefenmuskulatur, Bewegungsmangel und/oder Übergewicht, extrem einseitige Gewohnheiten oder Berufsbelastungen (Sport, Handwerk, etc.), neurologische Erkrankungen, Muskelerkrankungen, etc. sind Faktoren, die erheblichen Einfluss auf den Erfolg der podologischen Therapie nehmen. Die Podologie kann logischerweise bestimmte Grunderkrankungen (Muskelläsionen, Spasmen, Diabetes, M. Bechterew, M. Parkinson, etc.) nicht „wegzaubern“, sie kann aber bestimmte Symptome lindern, Stabilität erzeugen und damit die Lebensqualität der Betroffenen (je nach Schweregrad der Erkrankungen) steigern.

Die Ganzheitlichkeit der Podologie hilft aber auch mit, anderen Therapieformen zu mehr Nachhaltigkeit zu verhelfen. Beispielsweise verlieren Maßnahmen, die ausschließlich den Oberkörper betreffen, ihre Wirksamkeit, wenn die Füße über die aufsteigende Muskelkette ihre „alten Impulse“ weitergeben. Somit wird die Zusammenarbeit mit der Podologie von vielen Therapeuten gesucht und gewünscht.
Beispiele dafür sind:

Physiotherapie

o Osteopathie

o gezieltes, kontrolliertes Muskeltraining

o Kieferkorrekturen

o energetische Körperarbeit

  • ganzheitliche Medizin
  • effektive Massagen
  • Faszienbehandlungen
  • Spiraldynamik

aber auch

  • psychotherapeutische Behandlungen, denn:

Erwiesenermaßen wirken sich psychische Probleme auch auf die Körperhaltung aus: man lässt sich hängen, Schultern und Kopf wandern nach vorne, der Körper verliert zusehends an Körperspannung. Ein Mensch, der sich körperstatisch in der Mitte befindet und mit einer gesunden Muskelspannung durchs Leben geht, hat es viel leichter, auch eine positive Lebenshaltung einzunehmen. Wer gebeugt geht, sieht nur grauen Asphalt, wer sich aufrecht bewegt, sieht das bunte Leben.

Das Podo – „der Schleifer“ – Team begleitet sie gerne zu einer schmerzfreien und aktiven Lebensqualität!