Die Messmethode mit Hand und Fuß

Das Ellenmessverfahren

Wer im Hause Schleifer einen Schuh beziehen möchte, kommt an der Vermessung der Elle nicht vorbei. Das mag aufs Erste etwas eigenartig wirken, erklärt sich aber relativ schnell über anatomische Gesetzmäßigkeiten.

Um Ihnen das Thema der Ellenmessung etwas näher zu bringen, haben wir den Begründer dieser Methode in unser Haus eingeladen, um das Verfahren und die Überlegungen dahinter ein wenig zu erklären. Karl-Georg Henkel, seines Zeichens Leistenbauer und kontroversieller Querdenker, erklärt, warum es Fußprobleme an sich eigentlich gar nicht gibt und was man aus den Händen über die Füße lesen kann.

Verschiedene Füße gibt es nicht.
Karl Henkel

…nur längere oder breitere. Vergessen Sie Spreizfuß, Senkfuß und Co – all das sind nur Veränderungen aufgrund des Tragens von falschen Schuhen. Laut Henkel sind fast 100% der Fußprobleme auf erworbene Fußschäden zurückzuführen. Mitgebrachte Fußfehler hingegen belaufen sich auf nicht mehr als ca. 0,2 % der Probleme.

Doch wie kommt man nun auf den richtigen Schuh?

Grundsätzlich gibt es 2 wichtige Parameter, um Leisten zu gestalten:

  • Länge bzw. Fußgröße
  • Weite bzw. Fußbreite

Für den Leistenbauer ist es verhältnismäßig leicht, einen breiten Schuh zu machen, aber relativ schwierig, einen schmalen zu bauen, der trotzdem nicht drückt und zwickt. Deshalb tendierte die Schuhindustrie zur Produktion immer breiterer Schuhe.

Wer schmale Hände hat, hat schmale Füße.

Aufgrund der gänzlich falschen Proportionen ist der Konsument nun gezwungen, Schuhe kürzer zu kaufen, als sie für den jeweiligen Fuß nötig wären, um dem vielzitierten „Herausschlüpfen“, welches durch die unproportionale Breite der Schuhe verursacht wird, entgegenzuwirken. Das Resultat ist ein langsam voranschreitender Prozess der Deformation, beginnend beim schwächsten Teil, dem Vorfuß.

Wie kommt man also zur richtigen Schuhgröße respektive Länge?

Zur Bestimmung der richtigen Größe wird ein Kompromiss zwischen Ist- und Soll-Größe gefunden:

  • Ist-Größe (so groß ist der Fuß nach herkömmlichen Maß, wenn er aus dem Schuh kommt) und
  • Soll-Größe (so groß wäre der Fuß, wenn er nicht gestaucht und deformiert worden wäre)

Soweit so gut. Aber, Herr Henkel, wie bestimmt man nun diese Soll-Größe respektive -Länge?

…oder hat zumindest mal schmale Füße gehabt. Die Hand gibt also vor, welche Proportion der Fuß hat. Da man zudem davon ausgehen kann, dass Hände und Arme nie in stauchende Kleidung gezwängt waren, wird zur Bestimmung der Soll-Größe die Elle (Länge des Unterarmes) jedes Menschen herangezogen. Man kann von der Länge der Elle auf die Soll-Länge des Fußes schließen, so Henkel, da es nur ein Gen für alle Extremitäten gäbe. Anhand seines selbst entwickelten Ellenmaßes ermittelt Henkel so also die Soll-Größe des Fußes.
Neben der Länge gibt es aber noch weitere wichtige Aspekte, welche die Passform eines „richtigen Schuhs“ ausmachen. Neben der Ermittlung der anatomischen Ballenweite (einmal um die breiteste Stelle des Fußes herum gemessen) kommt dem Feststellen des Ballenpunktes (des Sohlenbiegepunktes des Schuhs) ganz entscheidende Bedeutung zu:

(Nur) über die Großzehe kann man einen Fuß zerstören.

Als grundsätzliche Funktionen des Großzehenbeugers sind die Fortbewegung und die Balance (eigentlich schwankt der Körper bekanntlich wie ein Schornstein) zu nennen. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben brauche die Großzehe im Schuh viel Raum und eben diesen Raum gäbe der Ballenpunkt vor. Da dieser Ballenpunkt bei den meisten Schuhen zu weit vorne liegt, bleibt den Zehen oft nicht genug Platz. Laut Henkel krümmen sich die Zehen folglich oder stehen in seitlich abgewinkelter Stellung. Henkel fordert daher, dass der Schuh auch im Vorfußbereich länger sein muss. Denn: Wenn die Großzehe ihre Arbeit tun darf, seien alle Fußprobleme gelöst.

Und nicht nur die Fußprobleme. Laut Henkel können Fußprobleme nämlich unter anderem zu folgenden Symptomen beitragen:

  • Nervenschmerzen im Unterschenkel
  • Knieschmerzen
  • Beckenschiefstand
  • Probleme der Lendenwirbelsäule und Nackenwirbelsäule
  • Kopfschmerzen bis zur Migräne

Eigentlich Grund genug, dem Thema etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
Weitere Informationen können Sie übrigens nachlesen in Henkels neu herausgegebenen Buch:

Karl-Georg Henkel: Biografie des Fußes. C. Maurer-Verlag, Geislingen (2006)

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